Müll

Müll

Unter Abfall oder Müll versteht man nicht mehr benötigte Überreste im festen Zustand, was Flüssigkeiten einschließt. Man unterscheidet den Abfall in Deutschland (Restmüll, Glas, Papier, Sondermüll...). Mit dem Begriff Recycling wird der Vorgang bezeichnet, bei dem aus Abfall ein Sekundärrohstoff wird. Die Wegwerfgesellschaft ist ein von Kritikern der Überflussgesellschaft bzw. Konsumgesellschaft geprägter Begriff. Er bezeichnet eine Gesellschaft, die wesentlich durch eine so genannte Wegwerfmentalität geprägt sei, das heißt eine Mentalität, die durch schnelles Konsumieren und Umweltverschmutzung geprägt ist. Die Wegwerfmentalität hat eine Tendenz zu Einwegprodukten, auch wenn es sich eigentlich um Gebrauchsgüter handelt, die den Charakter langfristiger Konsumgüter haben, und vernachlässigt das sorgsame Pflegen und Instandhalten von Objekten sowie eine auf Dauerhaftigkeit angelegte Produktion zugunsten des schnellen Ersatzes durch neue Güter.
Einer der ersten Künstler, die den Inhalt von Abfalleimern in Behältern aus Plexiglas zur Schau stellten, war der Franzose Armand Fernandes (geb. 1928), bekannt unter dem Namen Arman. Er bezeichnete die Behälter als „Poubelles“ (Müllkästen) und wandte sich damit gegen die Unkultur des grenzenlosen Konsums.

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Ähnliche Überlegungen bewogen auch César (César Baldaccini), Skulpturen aus zerquetschten Autokarosserien herzustellen. Mit dem immer größer werdenden Konsum wird auch die Umwelt weiter verwüstet. Eine der massivsten, doch leider öffentlich kaum wahrgenommenen, Bedrohungen der jüngsten Zeit ist die Verschmutzung der Weltmeere mit Plastikmüll. Größere Plastikabfälle stellen eine unmittelbare Gefahr für Seevögel, Meersschildkröten und andere Meerestiere dar. Entweder sie verfangen sich in diesem Plastikmüll-Teppich und können sich daraus nicht mehr befreien (die Plastikinsel im Pazifik hat mittlerweile die Größe von Mitteleuropa erreicht), oder die Abfälle werden für Futter gehalten und landen so im Magen der Tiere. Dort kann das Plastik jedoch nicht verdaut werden und besiegelt somit das Todesurteil dieser Tiere. Dieses Plastik ist das Abfallprodukt von Industrie und privaten Haushalten, die jede Menge Müll, egal ob Plastikflaschen oder Einkaufstüten aus dem Supermarkt, produzieren. Vieles landet in den Ozeanen, wo die Meerestiere dann daran verenden.

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Künstler sind „Spurensucher, Lumpensammler oder Schatzsucher“, weil gerade sie es häufig sind, die Weggeworfenes in ihr künstlerisches Handeln integrieren und damit dem wertlosen Material wieder einen neuen Wert geben. Die am Ende der Konsumkette unserer Warengesellschaft stehenden Produkte Müll und Abfall werden als ästhetische Instrumente in der künstlerischen Arbeit eingesetzt. Abfallstoffe, Altmaterialien, Verpackungen und Müll sind fester Bestandteil in allen Kulturen. Der Unterschied zwischen den Kulturen besteht nur in Form und Fülle der Altlasten und auch darin, wie damit bei der Entsorgung
verfahren wird. In unserer Kultur sind wir stolz auf unser Recyclingsystem, obgleich dies auch der Grund sein kann, die Moral von Müllproduktion selbst nicht zu verändern.
Eine Müllplastik zeichnet sich immer dadurch aus, dass sie am falschen Ort auffällt. An einem gesellschaftlich definiert „korrektem“ Ort, wie Müllverbrennungsanlage oder Mülldeponie, finden die verbrauchten Produkte keine Beachtung mehr. Müll und Abfall fallen uns nur dann auf, wenn sie angehäuft auftreten oder an ungewöhnlichen Orten auftauchen.

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Die Schülerinnen und Schüler stellten zu dem Thema Bilder und Objekte her. Über Müll und Kunst und Kunst mit Müll. Aus der Sicht der Schülerinnen und Schüler wurde die Frage gestellt, ob ein weggeworfener Gegenstand Müll ist. In dem Moment, da Abfall zum Objekt genauerer Betrachtung gemacht wird, gewinnt er wieder an Wert. Hier gelangt er zu neuer Aufmerksamkeit und kann sich dem Betrachter mitteilen.

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