Definition "Naturlandschaft"
Naturlandschaft bezeichnet im Unterschied zur Kulturlandschaft eine Landschaft, deren Bestandteile (Flora, Fauna und anorganische Bestandteile) und Erscheinungsbild dem unbeeinflussten Naturzustand nahe kommen. Sie ist nicht oder wenig durch den Menschen beeinflusst. Die Landschaft mitsamt ihrer belebten Bestandteile kann sich im Laufe der natürlichen Sukzession wenig gestört entwickeln. Heute sind weltweit keine vom Menschen unbeeinflussten Naturlandschaften mehr existent. Vom Menschen emittierte Gase und Stäube sind weltweit nachweisbar. Vereinzelt wird der Begriff Naturlandschaft auf wenig beeinflusste Gebiete angewendet: Hochgebirge wie der Himalaja, Wüsten usw.
Gerade in der Kölner Bucht wurde schon sehr früh mit Eingriffen, des Menschen, in die Natur begonnen. Der gute und fruchtbare Boden rief schnell die Landwirtschaft auf den Plan, großflächig zu roden und landwirtschaftlich nutzbare Flächen anzulegen. So verschwand immer mehr die natürliche Landschaft zu Gunsten einer Kulturlandschaft. Die Menschen die heute in dieser Region leben kennen nur die jetzige Landschaft als „Natur“.
Definition "Kultur"
Kultur (lat. cultura, also Pflege (des Körpers, aber primär des Geistes), später im Kontext mit dem Landbau, aus colere, bebauen, (be)wohnen, pflegen, ehren, ursprünglich etwa emsig beschäftigt sein) ist die Gesamtheit der menschlichen Leistungen. Dies schließt einerseits physische Dinge wie Werkzeuge ein, aber auch die durch den Menschen hervorgerufene Veränderung der Natur, die geistigen Hervorbringungen der Menschheit wie Schrift und Kunst sowie die sozialen Organisationsformen, in denen die Menschen zusammenleben. Der Begriff der Kultur steht insofern in Zusammenhang mit dem Begriff der Zivilisation und der sie erhaltenden menschlichen Arbeit. Der Begriff wird einerseits generell auf die Menschheit als Ganzes bezogen, andererseits aber auch als Zusammenfassung der Lebensumstände einer bestimmten Ethnie oder Region (beispielsweise die europäische Kultur) oder historischen Phase (z.B. die minoische Kultur). Frühe Kulturen haben entscheidend mit der gesellschaftlichen Praxis der Ernährung ihrer Träger zu tun (Jäger- Hirten/Nomaden- oder Bauernkultur).
Das Verhältnis von Natur und Kultur ist von jeher durch Formen menschlicher Inszenierung, durch "cultural performance" bestimmt, die sowohl die Gestaltung der natürlichen Ausstattung einer Region prägt als auch sämtliche Kulturformen herausgebildet hat, die sich in diesem Umfeld entwickeln konnten. Der Natur-Kultur-Raum ist immer Kulturlandschaft, die durch menschliches Wirken genutzt und permanent verändert wird. Der immer geläufiger werdende Begriff der Naturlandschaft bezeichnet eine vom gesellschaftlich dominierenden Leitbild einer Zeit definierte und als natürlich aufgefasste und als solche gewollte Landschaft. Eine eigentliche natürliche Urform der Landschaft im engeren Sinne gibt es somit gar nicht. Die vom Menschen mit den Sinnen erfassbare Natur stellt ästhetische Variationen einer weitgehend unbekannten Grundform dar, die durch kulturellen Wandel über die Zeit hinweg dauernd verändert werden. Daraus folgt, dass die gestaltete Natur als identisch mit der Kultur anzusehen ist, die ihr "natürliches" Umfeld durch permanenten und damit als historisch zu bezeichnenden Wandel zu einem kulturellen macht. Natürlich sind und bleiben lediglich die Naturgesetze unter entsprechenden atmosphärischen Bedingungen. Die Deckungsgleichheit zwischen natürlicher Umwelt und ihrer kulturellen Durchformung und ihrer zeitbedingten Neugestaltung führt zur Frage, ob es überhaupt Räume gibt, in denen sich Kunst ereignen kann. Finden Kunst-Orte überhaupt einen freien Ort vor, der nicht bereits von der "sozialen Landschaft", von der "Kulturnatur" besetzt und durch gesellschaftliche Nutzung bestimmt ist.
Friedensreich Hundertwasser hat in seinem Friedensvertrag mit der Natur die Forderung erhoben: "Die Schöpfung des Menschen (Kunst) und die Schöpfung der Natur müssen wiedervereinigt werden."
Definition "Kulturlandschaft"
"Eine vom Menschen zwar intensiv genutzte, jedoch durch kleinräumige Wirtschaftsweisen geprägte Agrarlandschaft, deren Haushalt durch eine Vielzahl von Landschaftselementen ökologisch relativ stabil ist und in ihrer Physiognomie naturräumliche Verschiedenheiten wahrt." (Briemle 1978)
Das Wort "Kultur" (im landbaulichen Sinne) wird dabei nicht nur verstanden als Urbarmachung und Pflege des Bodens, sondern vielmehr als Ausdruck des menschlichen Schaffens im ländlichen Raum schlechthin. Für die landschaftliche Ausstattung gelten somit die gleichen Maßstäbe wie für die kulturellen Bauten und das geistig kulturelle Gedanken- und Brauchtumsgut. Demzufolge ist nicht nur die Pflanzendecke relevant, sondern auch jedes sichtbare Zeichen für die Landschaftsverbundenheit des Bauern. Bei Art, Umfang und Intensität der Bewirtschaftung machte er sich den sich weitgehend selbst stabilisierenden Naturhaushalt zunutze.
Demgegenüber weisen Industriegebiete und viele Großstädte eine entsprechende durch Industrie- und Verkehrsanlagen gekennzeichnete Kulturlandschaft auf.
Evolutionäre Aspekte:
Kulturlandschaft (allg.) bezeichnet die durch den Menschen geprägte Landschaft. Wichtige Faktoren (so genannte Wirkfaktoren) für die Entstehung und Entwicklung der Kulturlandschaft sind sowohl Beschaffenheit (Standortbedingungen) des Naturraums, die ursprüngliche Fauna und Flora, die menschlichen Einflüsse als auch die daraus resultierenden Wechselwirkungen.
Die Braunkohlentagebaue liegen in einer seit jeher intensiv genutzten Kulturlandschaft. Sie ist Einzugsgebiet der Städte Köln, Aachen, Mönchengladbach und Düsseldorf und damit vergleichsweise dicht besiedelt. Verkehrserschließung und Verstädterung haben die Struktur dieses früher ländlich geprägten, heute in jeder Hinsicht stark genutzten Raums deutlich verändert. Zudem zählen die Böden zu den besten Deutschlands, so dass sie überwiegend landwirtschaftlich genutzt werden. In diese Kulturlandschaft greifen die Tagebaue ein: Wo Deckgebirge abgetragen und Braunkohle gewonnen wird, ist Landschaft zunächst Vergangenheit. Denn wegen der lockeren Erdschichten ist im Rheinland eine Rohstoffgewinnung unter Tage, wie sie zum Beispiel in den Zechen des nahe gelegenen Ruhrgebiets betrieben wird, nicht möglich. Die rheinische Braunkohle muss stattdessen im Tagebau gewonnen werden. Doch der Eingriff ist vorübergehend. Schon während des Genehmigungsverfahrens eines Tagebaus werden die Grundzüge der Bergbaufolgelandschaft festgelegt. Ebenso früh beginnt die konkrete Planung der neuen Landschaft. Sobald die ersten Partien eines Kohlenflözes abgebaut sind, beginnt die Wiederherstellung von Ackerland, Wald und sonstigen Flächen, die Rekultivierung.
Unter Rekultivierung versteht man die Wiederherstellung von naturnahen Lebensräumen für Pflanzen und Tiere auf so genannten devastierten Flächen, wie sie z.B. vom Tagebau hinterlassen werden. Neben der Rekultivierung gibt es noch die Renaturierung.
Die Renaturierung bezieht sich auf Bodenoberflächen und Flüsse und hat im Gegensatz zur Rekultivierung immer eine naturnahe Wiederherstellung zum Ziel. Es ist die Wiederherstellung von naturnahen Lebensräumen aus z.B. kultivierten Bodenflächen oder begradigten Flüssen. Die Flächen werden der natürlichen Entwicklung (Sukzession) überlassen und so der Natur zurückgegeben
Will man die Kunst einer begrifflichen Deutung zuführen, und sei es auch nur behelfsmäßig und für den Moment, so stellt sich die Frage, ob dies vom Objekt her oder von dem her, was einem Objekt den Raum gewährt, sich zu zeigen, geschehen soll. Der Kunstbegriff hängt unmittelbar mit dem Erkennen des Raumes zusammen, in dem und durch den sich Kunst zeigt und erst zeigen kann. Er ist die Dimension, die der Kunst ihre Qualität verleiht.
Ohne Raum kann weder Kunst noch Kunstwerk sein, d. h. dass ohne Raum auch die Kunst aufhört zu sein. Kunst ist demnach kein Phänomen "im" Raum sondern "selbst" Raum, und zwar öffentlicher. Kunst als das Fremde in der Kultur, das ungewohnte Gestaltungselement in der Kulturlandschaft? Landschaft ist immer physikalischer Raum, doch ist umgekehrt nicht jeder physikalische Raum eine Landschaft. Landschaften sind belebte und gedeutete Konfigurationen, ein Zusammenspiel von funktionalem Nutzen und sinnhaften Wahrnehmungen sowie ästhetischen Vorlieben. Eine Landschaft ist distinkter Ausdruck einer Region, die die Geschichte dieser Region wie ein Gedächtnis in sich trägt und bewahrt.