Im Feld und auf der Wiese

Im Feld und auf der Wiese

Annäherung an Natur Natur ist ein mehrdeutiger Begriff. Überwiegend wird unter Natur das verstanden, was nicht vom Menschen geschaffen und beeinflusst wurde/wird. Das zeigt sich auch in vielen Begriffsbildungen (z.B. Naturprodukt), die Ursprünglichkeit signalisieren sollen. Der Gegenbegriff ist Kultur. Ebenfalls gemeint — aber für diesen Kontext kaum von Bedeutung — ist das, was das Wesen, die unveränderbaren Eigenschaften z.B. des Menschen ausmacht. Begriffe, die in den Kontext der ersten Definition gehören, sind z.B. Wildnis oder Urwald. Vom Menschen unbeeinflusste Natur gibt es allerdings praktisch nicht mehr, am ehesten vielleicht noch im Hochgebirge und in der Tiefsee. Das Bewusstsein hierfür existiert allerdings nur noch sehr bedingt, und der Begriff Natur wird heute oft als Gegensatz etwa zu Stadt gesetzt, selbst wenn der „Gang in die Natur“ in einen von Menschen geschaffenen Park führt. Landschaft oder Umwelt werden oft synonym verwendet, meinen aber im Grunde nicht dasselbe.

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In diesem Sinne haben die Schülerinnen und Schüler große Holzschnitte gefertigt. Diese waren, wegen ihrer Größe von 200 x 50 cm, technisch sehr anspruchsvoll. Es entstanden Bilder von Naturlandschaften, Städten und Meeren.

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Auch Zeichnungen von Baumausschnitten gaben einen Einblick in die Natur.

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Konservierung von Landschaften Vor 20 Jahren und mehr rechneten als Denkmäler, als schutzbedürftige Monumente, für uns zunächst nur die großen Bauorganismen von nationaler und provinzieller Bedeutung, die eben in der Kunstgeschichte ihre feste Stellung haben. Langsam, langsam sind wir weitergegangen, wir haben uns gesagt, dass die Kunstgeschichte eines Landes sich doch nur aufbaut auf der engeren Entwicklung eines kleineren geographischen Gebietes, eines Territoriums, einer Gemeinde, und dass die Denkmäler dieser Gemeinde eben die monumentalen Urkunden ihrer Entwicklung sind, ... Und so allmählich ist der Denkmälerbegriff übergegangen auch auf alle die kleinen, unscheinbaren Zeugnisse der Baukunst bis herab zu Heiligenhäuschen und Bildstöcken usw., ...; das ganze Gebiet des Wohnbaus, des Bauernhauses, des bürgerlichen Wohnhauses ist in den Bereich unserer Tätigkeit gezogen worden, und ganz von selbst sind wir auf diese Weise gekommen zur Ausdehnung des Schutzes der Denkmalpflege auf das ganze Stadtbild, zur Erhaltung der historischen Ortsbilder, des Landschaftsbildes." (Paul Clemens)

Kulturlandschaftspflege ist nicht allein die Suche nach Methoden der Erhaltung oder auch bewussten Veränderung einer Landschaft, sondern hauptsächlich den Rekurs auf das, was den Beteiligten pflegenswert erscheint.... Kulturlandschaftspflege ist damit als ein offener und dynamischer Ansatz zum bewussten Umgang mit natürlichen und menschengemachten landschaftlichen Potentialen zu verstehen. Das erfordert ein Denken in Entwicklungsprozessen, dem die Einsicht zugrunde liegt, dass die Wertmaßstäbe dessen, was pfleglich ist, ständig neu definiert werden müssen. Maßnahmen der Kulturlandschaftspflege können damit immer nur in einem relativierenden Kontext beurteilt werden. Bezogen auf die Entwicklungsdynamik sind aber Nutzungen, die sich in der Landschaft als reversibel erweisen, nachhaltiger als solche, die zumindest in historischen Dimensionen zu weitreichenden Festlegungen führen. Nutzungen, die die natürlichen und historischen Potentiale eines Raumes erhalten, zeugen somit von einem pfleglicheren Umgang als solche, die markante und großflächige Veränderungen bedingen. Kulturlandschaftspflege ist somit eine planerische Querschnittsaufgabe." (Winfried Schenk, Kulturlandschaftspflege)

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Viele kluge Köpfe haben sich Gedanken darüber gemacht Landschaften zu schützen und zu erhalten. Die Schülerinnen und Schüler haben Landschaftsmodelle in Einmachgläsern nachempfunden, um sie so bildlich zu erhalten und konservieren.

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Fundstücke Bei einem Spaziergang im Park finden sich neben Blumen, Bäumen und Rasenflächen auch Hinterlassenschaften der Besucher. Trinkflaschen, Verpackungen, Zigarettenstummel, Zeitungen und vieles mehr. Beim Projekt haben wir diese Fundstücke und den Fundort dokumentiert, die Fundstücke eingesammelt und anschließend durch vakuumieren in Folie konserviert.

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Orte und Örtlichkeiten

Orte und Örtlichkeiten

Diese Arbeit wurde in vier Teilen gegliedert. Erstmal haben diese verschiedenen Teile nichts miteinander zu tun, jedoch beziehen sich alle auf unser Leben in den Städten.

Zukunftsstädte, Gartenzwerge, Kleingarten, QR-Code

sind Beispiele. Zu diesen Themen haben die Schülerinnen und Schüler ein Jahr lang reale oder visionäre Ideen gesammelt und versucht dazustellen. Dabei haben sie Zukunftsstädte gezeichnet, diese Arbeiten wurden fotografiert und auf Alubondplatten kaschiert, sie sollten im Außenbereich der Schule montiert werden, der Architektenschutz des Gebäudes, verhinderte das. Danach ging es dem deutschen Gartenzwerg an den Kragen, mit Linoldruck, Zeichnung, Schablonentechnik, Leinwand und Ton, fand der Gartenzwerg seine Beurteilung in den Arbeiten. In unmittelbarer Nähe befindet sich der "Kleingarten" hier realisiert auf 1 m x 1 m = 1 m². Vielleicht hat der QR-Code nichts mit unserer Lebensumgebung zu tun, jedoch ist er ein Kommunikationsmittel, welches immer weiter in unser Leben eindringt.

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Zukunftsstädte

Roboter sammeln Müll auf den Straßen, Fassaden reinigen die Luft und Wohnhäuser fungieren als Mini-Kraftwerke. Die Schülerinnen und Schüler begaben sich in ihre Vorstellung von einer Traumzukunftsstadt. Jeder hatte  hierzu unterschiedliche Ideen. So gab es elektrische Hunde und riesige Baumhäuser, manche Städte lagen am Meer und manche hoch im Himmel. Städte sind die Herausforderung der Zukunft. Bereits heute leben mehr Menschen in Städten als in ländlichen Regionen. In wenigen Jahren werden zwei von drei Menschen auf der Erde in Städten leben. Ihre nachhaltige Entwicklung ist Gemeinschaftsaufgabe von Politik und Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft.
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Alle großen Herausforderungen, vor denen die Menschheit steht, zeigen sich in besonderer Brisanz in den Metropolen. Die Städte müssen sich an den Klimawandel und seine Extremwetter anpassen. Der demographische Wandel ist zu bewältigen. Städte sollen auch morgen noch der attraktive Lebensraum sein, nach dem die Menschen streben. Wir bieten Entwürfe für eine Stadt der Zukunft an.

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Deutsche Kultur „Gartenzwerg“

Sie werden geliebt und gehasst. Für manche Zeitgenossen sind Gartenzwerge der Inbegriff für Spießigkeit. In der Schule entstanden Bilder auf Leinwand mit lebensgroßen Gartenzwergen, Linoldrucke und Schablonenbilder, auch wurden Gartenzwerge aus Ton hergestellt. Und in der Schreibwerkstatt kurze Kriminalromane, in den Krimis kam immer ein Gartenzwerg vor. Der Gartenzwerg gilt als deutsche Erfindung und als eines der bekanntesten "typisch deutschen Produkte". Die ersten Gartenzwerge im heutigen Sinn – aus Ton und bunt bemalt - wurden vermutlich Ende des 19. Jahrhunderts in Thüringen hergestellt. Heutzutage gehört er zum festen Inventar deutscher Vor- und Schrebergärten. Es gibt ihn nicht nur traditionell mit Spaten und Laterne, sondern auch cool mit Sonnenbrille oder sogar in Badehose.
Aber warum brauchen Deutsche unbedingt einen Zwerg im Garten? In der Vergangenheit galten Zwerge als geheimnisvolle Gesellen mit ungeheurem Wissen. Als Keramik-Figuren zwischen Beeten, Blumen und Büschen breiteten sie sich in den Schrebergarten-Kolonien massenhaft aus. Nicht jeder Parzellen-Besitzer ist über diese Invasion erfreut. Schon gar nicht, wenn der Zwerg in einer exhibitionistischen Pose Anstoß erregt. So landet mancher Nachbarschaftsstreit vor Gericht

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1m² Kleingarten

Ein Kleingarten, was ist das eigentlich?
Als Kleingarten, auch Schrebergarten oder Parzelle genannt, bezeichnet man ein eingezäuntes Stück Land, das in einer Anlage von Grundstücken liegt. Die Gärten werden von Vereinen (Kleingärtnervereinen, Kleingartenvereinen) verwaltet und günstig an Mitglieder verpachtet. Wozu gibt es Kleingärten?
Kleingärten sollen der Erholung in der Natur dienen und Stadtbewohnern, nach dem Vorbild alter Bauerngärten, den Anbau von Obst und Gemüse ermöglichen. Heute findet man in diesen Gärten aber auch Zierpflanzen und Rasenflächen. In der Regel befindet sich eine Laube (sprich ein Häuschen) auf jedem Grundstück einer Gartenanlage. Das Office International du Coin de Terre et des Jardins Familiaux, eine seit 1926 bestehende Vereinigung von über drei Millionen europäischer Kleingärtnern, beschreibt die sozialen Funktionen von Kleingärten wie folgt:
- Der Allgemeinheit bieten die Kleingärten eine bessere Lebensqualität in den Städten durch Lärmverringerung, Staubbindung, Durchgrünung, Auflockerung der Bebauung, Biotop- und Artenschutz, Lebensraumvernetzung und klimatische Auswirkungen.
- Familien bieten die Kleingärten eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung; eine gärtnerische Betätigung und das preiswerte Züchten von gesundem Gemüse; das persönliche Erlebnis vom Säen, Wachsen, Gedeihen und Ernten von gesundem Gemüse; ein Gegengewicht zum Leben in Betonburgen und auf Asphaltflächen; Förderung von harmonischen zwischenmenschlichen Beziehungen; einen direkten Kontakt mit der Natur.
- Kindern und Jugendlichen bieten die Kleingärten Ausgleich für die oft fehlenden Spielplätze; ein Spiel- und Kommunikationsfeld; Erlebnisräume in der Natur und Wahrnehmung ihrer natürliche Zusammenhänge; Anschauungsunterricht in Biologie.
- Berufstätigen bieten die Kleingärten eine Entspannung vom Arbeitsstress durch gesunde Betätigung; eine ideale Alternative zum Arbeitsalltag.
- Arbeitslosen bieten die Kleingärten das Gefühl, gebraucht zu werden und noch dazu zugehören; ein Mittel den Müßiggang zu vermeiden; ein Zuschuss an frischem Gemüse zu einem Minimalpreis.
- Immigranten bieten die Kleingärten eine Möglichkeit Kontakte zu knüpfen und sich besser im Aufnahmeland zu integrieren (siehe auch „Interkulturelle Gärten“).
- Behinderten bieten die Kleingärten einen Ort an dem er am Vereinsleben teilnimmt, Kontakte knüpft und so der Isolierung entgeht; das Erleben vom Säen und Pflanzen, vom Wachsen, Gedeihen und Ernten.
- Senioren bieten die Kleingärten einen Ort des Gesprächs und der Ruhe durch die Zusammenführung von Menschen mit gleichen Interessen; über Jahre gewachsene Kontakte; individuelle Selbstverwirklichung und Beschäftigung im 3. Lebensabschnitt im eigenen Garten. 

Gedanken zu einer Zeit, als die Kleingärten entstanden, ob dies heute noch zutrifft mag jeder für sich entscheiden.

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QR-Code

Gedichte digitalisiert QR steht für englisch: quick response = schnelle Antwort. Die Idee dahinter ist, dass Menschen im Alltag mit einem Klick mit ihrem Fotohandy Informationen aufrufen, abspeichern und weiterverarbeiten können.
QR-Codes gehören zur Familie der 2D-Barcodes die im Gegensatz zum herkömmlichen Barcodes sowohl horizontal als auch vertikal Informationen enthalten. Der QR-Code wurde zur Markierung von Baugruppen und Komponenten für die Logistik in der Automobilproduktion des Toyota-Konzerns entwickelt. Das den QR-Code entwickelnde Unternehmen Denso kooperierte bereits als Zulieferer unter anderem für sämtliche elektrischen und elektronischen Baugruppen mit Toyota. Die Entwicklung des 2D-Codes übernahm die Tochterfirma Denso Wave, die auch Identifikationssysteme und Geräte zur mobilen Datenerfassung entwickelt. Der QR-Code besteht aus einer quadratischen Matrix aus schwarzen und weißen Punkten, die die kodierten Daten binär darstellen. Eine spezielle Markierung in drei der vier Ecken des Quadrats gibt die Orientierung vor. Die Daten im QR-Code sind durch einen fehlerkorrigierenden Code geschützt. Dadurch wird der Verlust von bis zu 30 % des Codes toleriert, d. h. er kann auch dann noch dekodiert werden. Die Schülerinnen und Schüler haben Gedichte geschrieben, die im Anschluss über einen QR-Generator in eben diesen Barcode umgewandelt wurden. Danach entstanden Bilder und T-Shirts mit einem entsprechenden Aufdruck. Die Besucher konnten anschließend mit ihren Smart-Phones diesen Code wieder decodieren und so die Gedichte lesen.

Die QR-Codes unten können mit der entsprechenden App decodiert werden.

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Bücher 2

Bücher 2

Ein Buch (Plural Bücher) ist eine mit einer Bindung und meistens auch mit Bucheinband (Umschlag) versehene Sammlung von bedruckten, beschriebenen, bemalten oder auch leeren Blättern aus Papier oder anderen geeigneten Materialien.Die Materialität ist  wichtiger Bestandteil eines Buches. Diese haptische Wahrnehmung spielt bei den neuen Medien keine Rolle. Weder E-Book, Internet noch Fernsehen zeichnet diese Qualität aus. Hier sitzen wir vor dem immer gleichen Rechteck aus Bildpunkten und verlieren uns in die digitale Welt.
Das Buchprojekt wollte nicht die elektronischen Medien disqualifizieren oder deren Existenz in Frage stellen. Es sollte vielmehr die Besonderheiten eines Buches erkennen und die speziellen Qualitäten herausarbeiten. Hierzu hat jeder Schüler mit einem Partner sein eigenes Buch herstellt. Jedes Buch ist ein Unikat und wurde anschließend in einer kleinen Bibliothek zusammengefasst.
So das 26 Bücher hergestellt wurden. Die Schüler konnten hierzu verschiedene künstlerische Techniken benutzen. Linolschnitt, Holzstich, Prägedruck und Kalligrafie sind einige Möglichkeiten um ein Buch zu gestalten.

Rahmenbedingungen für die Bücher sind:
Format, Einband und Thema. Das Format hat sich in etwa an DIN A 2 anlehnt. Die Qualität des Papiers sollte für die jeweilige Technik  geeignet sein. Die Frage von Papierherstellung hat eine Rolle gespielt und mit einem Besuch im Papiermuseum Düren wurde dies unterstrichen. Die Schüler haben neben der Gestaltung des Buches auch den Einband selbst hergestellt und das Buch gebunden. Hierzu wurde ein Buchbinder eingeladen, der den Schülern das Binden eines Buches praktisch vorstellte .
 Eine weitere zentrale Rolle der selbst gefertigten Künstlerbücher war das Thema des Buches. Jeder Schüler hat sich ein Leitmotiv aus dem Bereich Umwelt, insbesondere im ökologischen Sinne, ausgesucht und zum Inhalt
seines Buches gemacht. Das kann der Klimawandel, die Gentechnik, der Tierschutz etc. sein. Wichtig dabei war, dass die Ideen mit den zur Verfügung stehenden künstlerischen Mitteln dargestellt wurden.

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Müll

Müll

Unter Abfall oder Müll versteht man nicht mehr benötigte Überreste im festen Zustand, was Flüssigkeiten einschließt. Man unterscheidet den Abfall in Deutschland (Restmüll, Glas, Papier, Sondermüll...). Mit dem Begriff Recycling wird der Vorgang bezeichnet, bei dem aus Abfall ein Sekundärrohstoff wird. Die Wegwerfgesellschaft ist ein von Kritikern der Überflussgesellschaft bzw. Konsumgesellschaft geprägter Begriff. Er bezeichnet eine Gesellschaft, die wesentlich durch eine so genannte Wegwerfmentalität geprägt sei, das heißt eine Mentalität, die durch schnelles Konsumieren und Umweltverschmutzung geprägt ist. Die Wegwerfmentalität hat eine Tendenz zu Einwegprodukten, auch wenn es sich eigentlich um Gebrauchsgüter handelt, die den Charakter langfristiger Konsumgüter haben, und vernachlässigt das sorgsame Pflegen und Instandhalten von Objekten sowie eine auf Dauerhaftigkeit angelegte Produktion zugunsten des schnellen Ersatzes durch neue Güter.
Einer der ersten Künstler, die den Inhalt von Abfalleimern in Behältern aus Plexiglas zur Schau stellten, war der Franzose Armand Fernandes (geb. 1928), bekannt unter dem Namen Arman. Er bezeichnete die Behälter als „Poubelles“ (Müllkästen) und wandte sich damit gegen die Unkultur des grenzenlosen Konsums.

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Ähnliche Überlegungen bewogen auch César (César Baldaccini), Skulpturen aus zerquetschten Autokarosserien herzustellen. Mit dem immer größer werdenden Konsum wird auch die Umwelt weiter verwüstet. Eine der massivsten, doch leider öffentlich kaum wahrgenommenen, Bedrohungen der jüngsten Zeit ist die Verschmutzung der Weltmeere mit Plastikmüll. Größere Plastikabfälle stellen eine unmittelbare Gefahr für Seevögel, Meersschildkröten und andere Meerestiere dar. Entweder sie verfangen sich in diesem Plastikmüll-Teppich und können sich daraus nicht mehr befreien (die Plastikinsel im Pazifik hat mittlerweile die Größe von Mitteleuropa erreicht), oder die Abfälle werden für Futter gehalten und landen so im Magen der Tiere. Dort kann das Plastik jedoch nicht verdaut werden und besiegelt somit das Todesurteil dieser Tiere. Dieses Plastik ist das Abfallprodukt von Industrie und privaten Haushalten, die jede Menge Müll, egal ob Plastikflaschen oder Einkaufstüten aus dem Supermarkt, produzieren. Vieles landet in den Ozeanen, wo die Meerestiere dann daran verenden.

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Künstler sind „Spurensucher, Lumpensammler oder Schatzsucher“, weil gerade sie es häufig sind, die Weggeworfenes in ihr künstlerisches Handeln integrieren und damit dem wertlosen Material wieder einen neuen Wert geben. Die am Ende der Konsumkette unserer Warengesellschaft stehenden Produkte Müll und Abfall werden als ästhetische Instrumente in der künstlerischen Arbeit eingesetzt. Abfallstoffe, Altmaterialien, Verpackungen und Müll sind fester Bestandteil in allen Kulturen. Der Unterschied zwischen den Kulturen besteht nur in Form und Fülle der Altlasten und auch darin, wie damit bei der Entsorgung
verfahren wird. In unserer Kultur sind wir stolz auf unser Recyclingsystem, obgleich dies auch der Grund sein kann, die Moral von Müllproduktion selbst nicht zu verändern.
Eine Müllplastik zeichnet sich immer dadurch aus, dass sie am falschen Ort auffällt. An einem gesellschaftlich definiert „korrektem“ Ort, wie Müllverbrennungsanlage oder Mülldeponie, finden die verbrauchten Produkte keine Beachtung mehr. Müll und Abfall fallen uns nur dann auf, wenn sie angehäuft auftreten oder an ungewöhnlichen Orten auftauchen.

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Die Schülerinnen und Schüler stellten zu dem Thema Bilder und Objekte her. Über Müll und Kunst und Kunst mit Müll. Aus der Sicht der Schülerinnen und Schüler wurde die Frage gestellt, ob ein weggeworfener Gegenstand Müll ist. In dem Moment, da Abfall zum Objekt genauerer Betrachtung gemacht wird, gewinnt er wieder an Wert. Hier gelangt er zu neuer Aufmerksamkeit und kann sich dem Betrachter mitteilen.

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Die Wand

Die Wand

Eine Wand oder Mauer grenzt ab oder ein, kann undurchdringlich sein, sie bietet aber auch Schutz, kann historische Bedeutung haben, kann gestaltet und durchbrochen werden. Die Klasse hatte eine besondere Wand als Ausgangspunkt ihres Projektes: Die Außenwand des Chemieanbaus in Richtung Oberstufenhof, des Abteigymnasiums in Pulheim-Brauweiler. Diesen Ort zu gestalten bildete das Großprojekt. Nach einer gemeinsamen „Wandbesteigung“ während eines Kletterwochenendes in Hellenthal wurden im ersten Halbjahr unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten im Rahmen Schreiben/Gestalten erprobt. Die Schwerpunkte lagen zum einen darauf, die gemeinsame Arbeit an einem Werk zu üben (besonders Koordination und Zusammenführung) und zu entdecken, wie das Ganze durch die vielen kleinen Teile bestimmt wird.

Im Laufe des ersten Schulhalbjahres konnten sich die Schülerinnen und Schüler an verschiedenen Techniken erproben. Drucktechniken wie Linoldruck, eine Einführung in die Farbenlehre und der Umgang mit Buntstift und Acrylfarbe sollte die Teilnehmer zu mehr Entschlossenheit führen. Die Klasse entwickelte verschiedene Entwürfe zur Aufgabe der Wandgestaltung. So wollte man sich einmal thematisch eingrenzen, Blumen, Landschaft, Comic...oder eine Beschränkung auf eine bestimmte Farbpalette wurde in die Diskussion gebracht.
In diesem Zeitraum entstanden eine Reihe von Papierarbeiten und ein Objekt aus ca. 40 kleinen Leinwänden im Format 30x30 cm. Diese Arbeit führte zu der Entscheidung, ein Bild zu erstellen, welches aus individuellen Einzelbildern besteht, ohne Einschränkung auf das Thema. Als Zusammenhalt sollten zwei schattenhaftige Figuren rechts und links aus dem Kunstwerk laufen.

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Im Februar 2010 fingen die Schülerinnen und Schüler mit der Realisierung des Wandbildes an. Jeder aus der Klasse gestaltete 1 bis 2 Bilder. Vorlage waren im Vorfeld entwickelte Entwürfe die auf die Bildträger übrertragen wurden. Die Schülerinnen und Schüler unterstützten sich dabei gegenseitig und arbeiteten oft gemeinsam an der Ausmalung des Motives. Das Bild sollte witterungsfest sein und einen Zeitraum von einigen Jahren überdauern. Wir entschieden uns deshalb für Techniken und Materialien die für vorgehangene Fassaden benutzt werden. In unserem Falle waren unsere Bildträger zementgebundene Spanplatten mit einer Größe von jeweils 120 x 85 cm. Die benutzten Farben waren Amphibollinfarben die uns vom Hersteller der Fassadenplatten empfohlen wurden.

Kinder

Die Mitarbeit der Schülerinnen und Schüler war offen und engagiert. Durch die freie Wahl des Themas und die ungewöhnliche künstlerische Arbeit konnte den Schülerinnen und Schülern ein neuer Umgang mit der Kunst vermittelt werden. Es ist festzuhalten, dass die Schülerinnen und Schüler erfuhren, wie bereichernd die Beschäftigung mit Kunst und Kultur sein kann, sie hatten die Chance, Kunst und ein spezielles künstlerisches Projekt kennen zu lernen und für sich zu erarbeiten.
Durch das von der Klasse entwickelte Konzept von Individualität und Gemeinsamkeit entstanden 35 Bildtafeln. Jedes Bild ist individueller Ausdruck eines Künstlers. Alle Bilder zusammen verschmelzen zu einem Gesamtkunstwerk und sind Ausdruck der Klasse. Die Montage des Bildobjektes fand Ende Juni 2010 statt. Ausgeführt durch eine Fachfirma. Für die Montage wurden rombische Kanthölzer benutzt, die an Wand und Bild befestigt wurden. Das Bild konnte in die Wandhölzer eingehängt werden
und wurde von oben verschraubt.
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Bücher 1

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Ein Buch (Plural Bücher) ist eine mit einer Bindung und meistens auch mit Bucheinband (Umschlag) versehene Sammlung von bedruckten, beschriebenen, bemalten oder auch leeren Blättern aus Papier oder anderen geeigneten Materialien.
Die Materialität ist wichtiger Bestandteil eines Buches. Diese haptische Wahrnehmung spielt bei den neuen Medien keine Rolle. Weder E-Book, Internet noch Fernsehen zeichnet diese Qualität aus. Hier sitzen wir vor dem immer gleichen Rechteck aus Bildpunkten und verlieren uns in die digitale Welt.
Das Buchprojekt sollte nicht die elektronischen Medien disqualifizieren oder deren Existenz in Frage stellen. Es sollten vielmehr die Besonderheiten eines Buches erkannt und die speziellen Qualitäten herausgearbeitet werden.
Hierzu sollte jeder Schüler sein eigenes Buch herstellen. Jedes Buch ist ein Unikat und wurde anschließend in einer kleinen Bibliothek zusammengefasst. Die Schüler konnten hierzu verschiedene künstlerische Techniken benutzen.
Linolschnitt, Holzstich, Prägedruck und Kalligrafie sind einige Möglichkeiten um ein Buch zu gestalten.
Rahmenbedingungen für die Bücher waren:
Format, Seitenanzahl (min. 50, angelehnt an die Definition der UNESCO), Einband und Thema.

Das Format hat sich in etwa an DIN A 3 angelehnt. Die Qualität des Papiers sollte für die jeweilige Technik geeignet sein. Die Frage von Papierherstellung spielte eine Rolle und wurde mit einem Besuch im Papiermuseum Düren unterstrichen. Die Schüler sollten neben der Gestaltung des Buches auch den Einband selbst herstellen und das Buch binden. Hierzu wurde ein Buchbinder eingeladen, der den Schülern das Binden eines Buches praktisch vorstellte .
Eine weitere zentrale Rolle der selbst gefertigten Künstlerbücher ist das Thema des Buches. Jeder Schüler sollte sich ein Leitmotiv aus dem Bereich Umwelt, insbesondere im ökologischen Sinne, aussuchen und zum Inhalt seines Buches machen. Das kann der Klimawandel, die Gentechnik, der Tierschutz etc. sein. Wichtig war dabei, dass die Ideen mit den zur Verfügung stehenden künstlerischen Mitteln dargestellt wurden.

My Space

My Space

Das Internet mit seinen Chatrooms und Weblogs ist der Platz wo Helden geboren werden, aufwachsen, verglühen. Hier können wir uns alle selbst zu Helden stilisieren. Das Bedürfnis, die eigene Persönlichkeit offen zu legen ist dabei riesig. Im virtuellen Raum berichten wir unsere Heldentaten. Hier setzen wir uns als Helden selbst unsere Denkmäler.
Das Internet ist der Ort, wo wir unsere Körper verkaufen können und wo unser scheinbar so unterbewertetes Leben die gerechte Dimension annimmt. Im anonymen Raum werden wir stark: Hier treffen wir Traumfrauen und Traummänner, verwandeln Aussehen und Geschlecht und führen funktionierende Beziehungen. Wir können hier eine Identität nach unseren Wünschen zusammensetzen und sie dann in Rollenspielen auf die Reise schicken. Das Internet ist ein öffentlicher Raum. Millionen Augen beobachten es Tag und Nacht, elektronische Suchrobots durchforsten auch den letzten Winkel. Nichts bleibt verborgen, nichts bleibt privat.
Trotzdem. Viele Menschen betrachten das Internet als Teil ihres Privatlebens. Sie plaudern im Chat wie in ihrem Schlafzimmer, haben E-Mail Freunde überall auf der Welt und unterhalten ihre persönliche Homepage, auf der sie Ihre Urlaubsschnappschüsse veröffentlichen.
Angelehnt an Internetauftritten wie myspace.de oder verschiedene andere Blogs, wie sie heute schon von fast allen Online-Rooms und auch Internetzeitungen angeboten werden, haben Schüler der Klasse 7 des Abtei-Gymnasiums-Brauweiler sich mit Heldentum und Privatraum im Internet auseinandersetzt, ohne ihre Ideen im Internet zu veröffentlichen. Benutzten aber das Vorgehen wie bei einer Veröffentlichung im Internet. Sie setzten ihre Gedanken vielmehr in realen Räumen um. Kisten mit den Maßen 90 x 70 x 200 cm wurden für die einzelnen Schüler der Privatraum, der Blog und die Homepage, wo Phantasien, Heldengeschichten und das private Tagebuch kreiert wurden. Medien sind nicht JPEG oder HTML sondern die Zeichnung, das Bild, Foto oder Objekt. Im Laufe des Schuljahres wurden die Kisten-Räume gefüllt. Was die Schüler in ihre Kiste einbrachten, blieb ihnen überlassen. Sie konnten über ihr privates Leben berichten, sie konnten sich als Popstar sehen und dazu eine persönliche Geschichte entwickeln oder sie wurden eine ganz andere Person, mit einem neuen Leben und einem anderen Aussehen.
Die Kisten blieben privat und verschlossen bis zum Ende des Schuljahres. In einer öffentlichen Ausstellung wurden die Kisten geöffnet –veröffentlicht- und den Mitschülern und Besuchern vorgestellt. Der Name des Machers blieb im Geheimen. Man stellt sich mit dem vor, was man öffentlich zeigen wollte.

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Landschaft

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Kultur

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Mit der künstlerischen Aktivität soll die kulturelle Bildung und die Entwicklung der Schüler: für eine differenzierte Wahrnehmung, für ein gutes Ausdrucksvermögen, für die Ausbildung einer ästhetischen Intelligenz und schließlich für die Gestaltung des Lebens insgesamt gefördert werden. Damit die Schüler erfahren, wie bereichernd die Beschäftigung mit Kunst und Kultur sein kann, hatten sie die Chance, Kunst und künstlerische Projekte kennen zu lernen. Brauweiler liegt am Rande des Rheinischen Braunkohlenreviers. Die Landschaft wird bestimmt, durch von Landwirtschaft geprägter Kulturlandschaft und rekultivierter Landschaft im Zuge des Braunkohlenabbaus. Naturlandschaft kommt in dieser Region nicht mehr vor. Oder ist die rekultivierte Landschaft auch unsere neue Naturlandschaft?
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Die Schüler haben sich während des Schuljahres mit dem Thema der Landschaft und dem veränderten Begriff von Landschaft und Natur auseinandersetzt und künstlerische Ideen dazu entwickelt. Die künstlerischen Projekte wurden im Außenbereich des Schulgeländes und in einem kleinen Park in der Nähe der Schule umgesetzt. Die Schüler arbeiteten projektbezogen in Teams. Die Teams bestimmten welches künstlerische Medium für ihr Kunstwerk eingesetzt wird. Am Ende des Schuljahres stand eine öffentliche Präsentation der Arbeiten.
Die Titel der Arbeiten waren "Vergrabenes Auto", "HDL", "Black Box", "Galeriebaum", "Insel", "Colaflaschen" und "Baumkeile"

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Kunstorte

Kunstorte

Innenorte
Außenorte
Verweilorte
Geheimnisvolle Orte
Wandelbare Orte

Orte haben etwas wunderbares, sie sind überall zu finden, sie haben immer ein unterschiedliches Aussehen und sind mit Geschichten behaftet. Weiter erkennt man sie daran, dass sie immer da sind. Aber was beflügelt die Orte sich zu verschleiern, sich uns gegenüber geheimnisvoll zu geben?

Sie verstecken sich womöglich!

Vielleicht wollen sie auch nicht, dass man ihren wahren Sinn erkennt. Orte wollen besonders behandelt werden; einfühlsam und mit reichlich Phantasie. Was sich wirklich hinter einem Ort befindet kann sich nur über die Beziehung zwischen Ort und Rezipient entwickeln. 

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